Presseschau vom 02.04.2008
Quelle: http://www.faz.net/
Datum: 23.03.2008
Referent: Michela Gheruzzi
In diesem Artikel berichtet der Autor über die schwierige Situation der Arbeitnehmer in der deutschen Autoindustrie, wo tausende Arbeitsplätze gefährdet sind.
Nach Einschätzungen vom Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer werden bis zum Jahr 2013 ungefähr 20.000 Stellen im Produktionsbereich entfallen. Wichtige deutsche Autohersteller wie Mercedes-Benz und Volkswagen haben schon tausende Arbeitsplätze abgebaut, während andere bedeutende Firmen wie BMW in den nächsten Monaten dasselbe machen werden.
Der Grund für diesen Prozess ist die heutige Tendenz von vielen Unternehmen innerhalb der Autobranche, Exporte aus Deutschland zunehmend durch die lokale Produktion zu ersetzen. Das betrifft vor allem den amerikanischen und den russischen Markt, wo die deutschen Autobauer mit großen Schwierigkeiten anpacken müssen. Auf diesen zwei Märkten wird die Nachfrage vorwiegend durch Ausfuhren aus den europäischen Ländern abgedeckt. Troztdem befinden sich viele deutsche Unternehmen in großen Schwierigkeiten wegen des schwachen Dollars in Amerika und wegen der hohen Einfuhrzölle in Russland; als Konsequenz sind ihre Margen auf dem amerikanischen und dem russischen Markt immer kleiner.
Um eine Lösung für ihre Probleme zu finden und größere Gewinne zu erzielen, haben die deutschen Autohersteller entschieden, vor Ort zu produzieren. Sie wollen sowohl in den USA als auch in Russland einen Standort suchen, um direkt in lokalen Werken zu produzieren und ihre Produktionskapazität auszubauen. Damit können sie die Kosten senken und die Erträge erhöhen. Das bedeutet aber auch weniger Arbeitsplätze in den deutschen Betrieben.
Hintergrundinformationen
FERDINAND DUDENHÖFFER
Ferdinand Dudenhöffer ist Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen, wo er derzeit den Lehrstuhl für Marketing und Unternehmensführung mit dem Forschungsschwerpunkt "Automobilwirtschaft" hat. Dort ist er Direktor des Center of Automotive Research (CAR).
Davor war er über 10 Jahre in führenden Positionen im Verkauf- und Marketingabteil bei einigen der bedeutendsten Autohersteller weltweit tätig, wie zum Beispiel Opel, Porsche, Peugeot und Citroën.
Er ist eine der größten Persönlichkeiten und Experten in diesem Industriezweig. Seine Fachkompetenz macht Ferdinand Dudenhöffer zu einem gefragten Redner auf Tagungen und Kongressen. Er ist sehr berühmt auch in den Medien, wo er häufig als „Automobilexperte" bezeichnet wird.
In seinem Buch „Abschied vom Massen-Marketing“ fasst er seine Ansicht über das Thema Konkurrenz zusammen. Er ist davon überzeugt, dass ein stärker kundenorientiertes und weniger produktorientiertes Vermarktungssystem den Marktanteil eines Produkts entscheidend steigern könne. Besonders in der Automobilbranche sei es wichtig, eine flexible Vertriebs- und Servicestruktur aufzubauen, um auf veränderte Kundenwünsche möglichst schnell reagieren und die verschiedensten Bedürfnisse befriedigen zu können. Dasselbe gelte natürlich auch für andere durch hohe internationale Konkurrenz gekennzeichnete Wirtschaftszweige.
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