Montag, 12. Mai 2008

Mobil telefonieren im Flugzeug künftig erlaubt

Presseschau vom 16.04.2008

Quelle: www.faz.net
Datum: 07.04.2008
Referentin: Michela Gheruzzi

In diesem Artikel berichtet der Journalist über einen Vorschlag, der von der Europäischen Kommission vorgebracht wurde.
Anfangs April hat die EU-Kommission die rechtlichen Voraussetzungen für die Handynutzung im Flugzeug geschaffen. Das bedeutet, dass man künftig auch im Flugzeug telefonieren sowie SMS und E-mails versenden und empfangen dürfen soll. Aus technischer Sicht sei das möglich, nur wenn die Handys keinen Kontakt zu Antennen am Boden herstellen können; nach Vorgaben der EU-Kommission müsse man sich eines flugzeuginternen Netzes bedienen, das dann über Satellit eine Verbindung zu den herkömmlichen Netzen herstellt. Damit könne man Störungen bei Start und Landung verhindern.
Derzeit erlaubt nur die Fluglinie Emirates Airlines die Nutzung von Mobiltelefonen an Bord. In Deutschland ist sie schon seit März erlaubt, aber die beiden größten nationalen Fluggesellschaften, Lufthansa und Air Berlin, bleiben skeptisch. Sie haben dieses System getestet, haben aber bisher darauf verzichtet. Aus einer Umfrage habe sich nämlich ergeben, dass die Nutzung von Handys an Bord von vielen Passagieren als störend empfunden werde. Deshalb haben die zwei deutschen Unternehmen entschieden, ihren Passagieren die Handynutzung nicht zu erlauben.
Die zuständige Medienkommissarin Viviane Reding hat gesagt, dass der Vorschlag der Kommission nur eine Empfehlung an die Staaten sei und dass jede einzelne Fluggesellschaft selbst entscheiden könne, ob sie ihren Passagieren diese Dienstleistung anbieten wollte; die Kommission erwarte aber, dass die meisten Unternehmen in EU-Ländern diese Möglichkeit nutzen und dass sich auch Nachbarstaaten der Europäischen Union diesem System anschließen werden.
Hintergrundinformationen
VIVIANE REDING
Viviane Reding ist eine luxemburgische Journalistin und Politikerin. Sie ist in Esch-sur-Alzette im Jahr 1951 geboren und hat Humanwissenschaften an der Universität Sorbonne in Paris studiert.
Nach ihrem Studium arbeitete sie als Journalistin für die Zeitung „Luxemburger Wort“. Im Jahr 1979 ging sie für die christdemokratische Partei Luxemburgs in die Politik.
Zur Zeit ist sie Kommissarin in der vom Präsident Barroso geleiteten EU-Kommission. Ihre Karriere in der Europäischen Union begann aber im Jahr 1989, als sie zum Mitglied des Europäischen Parlaments wurde. Sie hat dieses Amt für zehn Jahre bekleidet. Im Jahr 1999 wurde sie Mitglied der Europäischen Kommission, wo sie zuständig für Bildung, Kultur, Jugend, Medien und Sport war. In der gegenwärtigen EU-Kommission ist sie Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien.

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