Mittwoch, 7. Mai 2008

Fit für die Globalisierung?

Presseschau vom 23. April 2008

Quelle: www.ec.europa.eu/deutschland
Datum: 17. April 2008
Referent: Evelina Scarlata

In diesem Artikel geht es um eine Studie der europäischen Union, die einer Konferenz über die Globalisierung zugrunde liegt. Der Titel der Studie heißt „Ist das soziale Europa gut für die Globalisierung aufgestellt?“
Die Konferenz fand in Brüssel statt und befasste sich mit Chancen und Risiken der Globalisierung. Sie ist eher eine Chance für zusätzliches Wirtschaftswachstum als eine Bedrohung des sozialen Europa.
An der Erstellung der Studie waren fünf europäische Wirtschaftsforschungsinstitute beteiligt, darunter auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Die Wissenschaftler warnen davor, auf die Globalisierungsfolgen nur zu reagieren oder Wirtschaftszweige zu retten, die im globalen Konkurrenzkampf nicht mehr zu halten sind. Der Kern einer sozialpolitischen Antwort liegt auf den folgenden Gebieten: Erziehung und Ausbildung, Einwanderungs- und Integrationspolitik, Arbeitsmarktreformen und eine aktivierende Sozialpolitik. Nicht reagieren, agieren und vorbeugen sei die Devise. Der Bericht räumt ein, dass viele Menschen befürchten, die Globalisierung könne den Lebensstandard unterminieren, den sich die Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut haben. Das geht aus Umfragen hervor, nach denen eine Mehrheit der Europäer meint, die Globalisierung bedrohe ihre Arbeitsplätze und führe zu niedrigeren Sozialstandards.
Zwar sei der Weg in die Globalisierung holprig. Politische Eingriffe, die ausgleichend und justierend wirken, seien daher notwendig. Die Botschaft an die Entscheidungsträger lautet, die Wirtschaft für den Wettbewerb in der globalisierten Welt fit zu machen, die Kosten für den ökonomischen und sozialen Wandel zu erkennen sowie gegebenenfalls Umstrukturierungen vorzunehmen.
Die Globalisierungsgewinne können über Regionen, Länder und Bevölkerungsgruppen ungleich verteilt sein. Die negativen Folgen sind auf kurze Sicht spürbar, während die Vorteile sich erst langfristig abzeichnen. Und sie stellen sich nicht automatisch ein, sondern hängen von einer erfolgreichen Anpassung an die neuen Bedingungen ab. Sozialpolitik müsse vor allem eine Antwort auf den demographischen Wandel finden. Und auch dabei biete wiederum die Globalisierung neue Chancen.
Hintergrundinformation:
Die Globalisierung ist ein historischer Prozess, das Ergebnis menschlicher Innovation und technologischen Fortschritts. Sie bezieht sich auf die steigende Integration der Volkswirtschaften auf der ganzen Welt, insbesondere der Handels- und Finanzströme. Der Ausdruck „Globalisierung“ bezieht sich auch auf die Bewegung von Menschen (Arbeitskräften) und Wissen (Technologie) über internationale Grenzen hinweg, aber auch auf den freien Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr. Außerdem gibt es auch breitere kulturelle, politische und ökologische Dimensionen der Globalisierung.

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