Presseschau vom 12. Dezember 2007 - KULTUR
Quelle: Die Welt
Datum: 28. 11. 2007
Referent: Elena Zacco
Der Autor berichtet über die Wiener Ausstellung „Wien-Paris. Van Gogh, Cézanne und Österreichs Moderne 1880-1960“, die von der prägenden Kraft der französischen Schule erzählt. Im Jahr 1903 war in Wien die staatliche „Moderne Galerie“ eröffnet worden. Sie wurde den Künstlern des 19. Und 20. Jahrhunderts gewidmet. Jetzt hat Agnes Husslein-Arco, die neue Direktorin des Hauses Belvedere, das historische Gebäude wieder zur Gänze für Expositionszwecke erobert. Man wollte das Belvedere wie mit einem Paukenschlag in Wiens von harter Konkurrenz belebter Museumslandschaft positionieren. Es gelang vorzüglich: die Schau der Großausstellung zählt zum Besten, was man in den letzten Jahren in Wien sehen konnte. Paris zwischen 1880 und 1960 war die Weltmetropole der Kunst. Hier entstanden die neuen Tendenzen, hier war die Moderne, die Avantgarde zu Hause. Die Sammlung besteht aus 320 Werken, von denen 40 aus eigenen Beständen stammen: Diese Ausstellung gilt als erstaunlicher Vergleich zwischen den Werken von französischen Künstlern und jenen von österreichen Künstlern, die in Frankreich lebten. Der direkte Vergleich mit Werken von Courbert, Manet, Daubigny und Boudin beweist z. B. nicht nur einen erheblichen Einfluss, sondern auch die eigenständige hohe Qualität einer ganzen Wiener Künstlergeneration. Die moderne Kunst, heißt es im ausgezeichneten Katalog, „ist ein System kommunizierender Gefäße, in dem sich Gleichartiges sofort miteinander verbindet und verbreitet“. Oder wie Hermann Bahr in der sezessionistischen Zeitschrift „Ver Sacrum“ geschrieben hatte: „Die ausländische Kunst soll uns anregen, uns auf uns selbst zu besinnen“.
Freitag, 11. April 2008
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